
An dieser Stelle veröffentlichen wir Meinungsbilder von Menschen aus dem Mittelstand. Diese Seite ist neu entstanden und wird sukzessive erweitert. Egal ob Du ein Aktiver der Initiative „Schleswig-Holstein steht auf“ bist oder einfach mal Deine Meinung kundtun willst. Hier bist Du willkommen!
Meinung des Tages : Der leise Abschied der Menschlichkeit
Erinnert ihr euch noch? Vor gar nicht allzu langer Zeit saßen an den Supermarktkassen oft diese freundlichen, älteren Damen. Sie hatten vielleicht schon graue Haare, aber ihre Augen strahlten Wärme aus. Ein herzliches Lächeln, ein kurzes „Wie geht es Ihnen heute?“ beim Einpacken der Einkäufe – es war ein kleines Stück vertrauter Alltag.
Heute blicken wir an denselben Stellen oft nur noch in unübersichtliche, kalte Selbstscanner-Bereiche. Ein piependes, blinkendes Nichts. Die freundliche Dame? Sie wurde lautlos von der Technik wegrationalisiert.
Oft stehe ich dort und frage mich, was sie wohl jetzt macht. Saß sie an dieser Kasse, weil ihre Rente nach einem langen, harten Arbeitsleben einfach nicht zum Überleben reichte? Wer gibt einer Frau über 60 heute noch eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt? Dieser kleine Job an der Kasse war für sie vielleicht nicht nur ein Zuverdienst, sondern ihr einziger Weg, ein halbwegs normales, würdevolles Leben zu führen. Ein Computer hat ihr das einfach weggenommen.
Und es hört dort nicht auf. Die Menschen, die man in den Gängen noch etwas fragen konnte, verschwinden. Als Nächstes folgt das Bargeld. Erinnert ihr euch an diesen magischen Moment der Kindheit? Wenn Oma einem heimlich eine Münze zusteckte und flüsterte: „Hier, hol dir eine Kugel Eis.“ Diese kleinen Gesten reiner Liebe werden sterben, wenn alles nur noch digital ist.
Die Zukunft ist stumm und versteckt sich hinter Glasbildschirmen. Alles funktioniert allein, isoliert, über eine App. Wer ein „Smart“-Phone hat, scannt Barcodes, sammelt Punkte und bekommt die Rabatte.
Aber was ist mit Oma? Was ist mit den Menschen, die diese digitale Welt nicht mehr greifen können oder wollen?
Die bittere, kalte Realität ist: Sie können diese Rabatte nicht nutzen. Oma steht an der Kasse und bezahlt für denselben Einkauf mehr als der junge Mensch neben ihr. Manche zucken da nur mit den Schultern und sagen: „Pech gehabt, kann sie sich ja auch ein Handy holen!“
Aber wie grausam ist das eigentlich? Diese liebe Frau, die ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet, Kinder großgezogen und dieses Land mit aufgebaut hat, wird am Ende ihres Lebens bestraft. Sie zahlt mehr für ihr tägliches Brot und musste vorher noch ohnmächtig zusehen, wie genau dieser gnadenlose Fortschritt ihr den letzten Job genommen hat.
Wir rationalisieren gerade nicht nur Arbeitsplätze weg. Wir rationalisieren unsere Menschlichkeit weg.
Meinung des Tages: Die Jagd auf die Leistungsträger. Schattenwirtschaft, Steuerflucht und der Bruch des fiskalischen Vertrages.
Es ist ein Paradoxon der modernen Finanzpolitik: Der Staat beißt mit Vorliebe die Hand, die ihn füttert. Handwerker, kleine Dienstleister und mittelständische Unternehmer sind die klassischen NETTOZAHLER unserer Gesellschaft. Sie halten das System am Laufen, schaffen regionale Arbeitsplätze und zahlen den Löwenanteil der Einkommen- und Gewerbesteuer. Doch anstatt diese Leistungsträger zu entlasten, überzieht der Staat sie mit einem beispiellosen bürokratischen Kontrollzwang. Wer abends nach getaner Arbeit noch einen Euro nebenbei verdient, wird vom Finanzamt gejagt. Doch ist diese unerbittliche Härte wirtschaftlich und politisch überhaupt noch zu rechtfertigen?
Der unerkannte Nutzen: Binnenkonsum statt Kapitalflucht.
Betrachtet man das Phänomen rein makroökonomisch, zeigt sich ein überraschendes Bild. Wenn der hart arbeitende Bürger nach Feierabend durch Nachbarschaftshilfe oder einen
kleinen Zusatzauftrag Geld in der sogenannten Schattenwirtschaft verdient, verschwindet dieses Kapital nicht. Im Gegensatz zu multinationalen Konzernen, die ihre Gewinne über komplexe Konstrukte in ausländische Steueroasen verschieben (Kapitalflucht), hat der normale Bürger eine sehr hohe Konsumquote.
Das bedeutet: Jeder schwarz verdiente Euro fließt fast ungekürzt und unmittelbar in den Binnenkreislauf zurück. Das Geld wird beim lokalen Bäcker, im Baumarkt oder im regionalen Einzelhandel ausgegeben. Es stärkt die und kurbelt die Wirtschaft an der Basis an.
Die Kehrseite und das Märchen der leeren Kassen.
Dennoch darf man die Augen vor den negativen Effekten nicht verschließen. Eine florierende Schattenwirtschaft schafft eine Wettbewerbsverzerrung für diejenigen Betriebe, die ihre Dienstleistungen regulär versteuern. Zudem führt das Vorenthalten von Steuern rein rechnerisch zu einer Erosion der Steuerbasis. Es heißt dann vonseiten der Regierung oft, dem Staat fehlten die Mittel für die öffentliche Daseinsvorsorge – also für den Erhalt von Straßen, Schulen, Krankenhäusern und die innere Sicherheit. Doch genau an diesem Punkt reißt der Geduldsfaden der arbeitenden Mitte.
Der Bruch der fiskalischen Äquivalenz: Steuern als globale Umverteilungsmasse.
Ein demokratischer Staat basiert auf einem ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag: Der Bürger zahlt Steuern, und der Staat investiert dieses Geld primär in das Wohl des eigenen Landes. In der Finanzwissenschaft nennt man dieses Prinzip fiskalische Äquivalenz. Dieser Vertrag ist faktisch gebrochen.
Während die heimische Infrastruktur verrottet, transferiert die Regierung zweistellige Milliardenbeträge ins Ausland – sei es für den Ukraine-Konflikt oder als absurd anmutende Entwicklungshilfe für hochtechnisierte Wirtschaftsmächte wie China. Wenn hart erarbeitete Steuern nicht dem eigenen Gemeinwesen zugutekommen, sondern als globale Umverteilungsmasse zweckentfremdet werden, kollabiert die Abgabenakzeptanz. Der Bürger weicht nicht in die Schattenwirtschaft aus, weil er kriminell ist. Er tut es, weil der Staat sein Vertrauen verspielt hat und ihn vom Souverän zum reinen Zahlmeister degradiert.
Das eigentliche Problem: Vollzugsdefizit und Bequemlichkeit.
Gleichzeitig offenbart das staatliche Handeln im Inland ein eklatantes Vollzugsdefizit: Es ist für die Behörden schlichtweg bequemer, den greifbaren Handwerker mit fester Steuernummer wegen einer kleinen Unstimmigkeit zu drangsalieren, als sich mit den milliardenschweren Gewinnverschiebungen (Base Erosion and Profit Shifting) von Großkonzernen anzulegen.
Fazit
Ein Staat, der seine loyalsten Steuerzahler bei kleinsten Verfehlungen jagt, deren Geld aber weltweit mit vollen Händen verteilt, zerstört die Grundlage der Gesellschaft. Wer die arbeitende Mitte durch eine erdrückende Steuerlast und mangelnden Rückfluss in die Schattenwirtschaft zwingt, betreibt eine Politik der Selbstzerstörung. Wir brauchen keine strengeren Kontrollen für den Mittelstand, sondern eine Rückbesinnung auf die nationale Verantwortung: Steuergelder gehören dorthin, wo sie erwirtschaftet wurden – zu den Bürgern und in die heimische Wirtschaft.

Ein Text von Laura Reischl, 8/26
Meinung des Tages: Der verpönte Nationalstolz.
Frau Merkel hat Politikerkollegen auf offener Bühne unsere deutsche Nationalflagge aus den Händen gerissen … dieses Video kursiert immer noch und ist fast jedem bekannt. Hält man heute als Bürger die Deutschlandfahne in den Händen, wird man sofort in die rechte Ecke gestellt. Warum ist das so? Warum darf man keinen Nationalstolz mehr zeigen ohne gleich „Nazi“ zu sein?
Gestern habe ich es wieder auf unserer kleinen Veranstaltung in Flensburg erlebt. Manche einer schämt sich wegen unserer Landesflagge. Leute gehen extra einen anderen Weg, nur um nicht mit uns in Kontakt zu kommen, denn wir halten die Deutschlandflagge hoch. Das wurde auch von zwei Polizeibeamten beobachtet.
Doch warum ist das so? Warum wird unsere Nationalflagge immer wieder mit der rechten Szene in Verbindung gebracht und gleichgestellt, was natürlich absoluter Blödsinn ist.
Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit, die Geschichte unserer Nationalflagge einmal kurz zu umreißen:

Die deutsche Nationalflagge mit den Farben Schwarz, Rot und Gold stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie hat ihren Ursprung im Lützower Freikorps und der Freiheitsbewegung gegen Napoleon. Die Farben wurden zum Symbol für ein einiges und freies Deutschland; besonders beim Hambacher Fest 1832.
Ursprung und frühe Bedeutung findet sich in den Befreiungskriegen 1813/1814; die freiwilligen Kämpfer trugen damals schwarze Uniformen mit roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen.
In den Burschenschaften ab 1818: die Studenten in Jena nutzten die Farben als Zeichen für Einheit und Freiheit.
Hambacher Fest 1832: Zehntausende Bürger feierten dort erstmals die schwarz-rot-goldene Fahne als nationales Symbol.
Deutsche Revolution 1848/1849: Das Frankfurter Parlament erklärte Schwarz-Rot-Gold zur offiziellen Bundesflagge.
Deutsches Kaiserreich 1871–1918: Bismarck führte in seiner Amtszeit die Farben Schwarz-Weiß-Rot ein.
Die Weimarer Republik 1919–1933: Schwarz-Rot-Gold wurde wieder Nationalflagge, blieb aber heftig umstritten, weil die Farben für die neue parlamentarische Demokratie standen. Konservative und Monarchisten lehnten sie ab. Sie wollten Schwarz-Weiss-Rot zurück.
In der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945: Die Hakenkreuzflagge ersetzte die traditionellen Symbole.
Geteiltes Deutschland ab 1949: Sowohl die BRD als auch die DDR nutzten zunächst Schwarz-Rot-Gold. Die DDR fügte später ihr Staatsemblem hinzu.
Heute – seit 1949 ist Schwarz-Rot-Gold im Grundgesetz als offizielle Bundesflagge verankert. Die Flaggen der Bundesbehörden tragen auch den Adler in der Mitte.
Fazit:
Zu der Zeit als die Flagge entstanden ist, wusste noch niemand was NAZIS sind.
Der Weg der Flagge ist unser Weg. Unsere Anfänge, unsere Vergangenheit, unsere dunklen Zeiten und unser Symbol für eine freie Zukunft. Lernen wir aus dem Handeln unser Vorfahren, um die Zukunft zu gestalten. Lasst uns die Flagge mit Stolz halten; mit dem Stolz die dunklen Zeiten überwunden zu haben und mit Respekt behandeln; auf das Sie uns den Mut geben mag, mit Ihr in die Zukunft zu gehen und die Zukunft unter den Leitlinien der Einheit, der Freiheit und der Demokratie zu gestalten.
Eine geschichtliche Abhandlung mit einem Meinungsbild von Laura Reisch

Ein Text von Nicole Weide, 08/26
Meinung des Tages: Frieden statt immer mehr Krieg
Ich wünsche mir endlich ernsthafte und zielgerichtete Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Jeder weitere Tag dieses Krieges kostet Menschenleben – auf allen Seiten.
Aus meiner Sicht sollte Deutschland seine militärische und finanzielle Unterstützung kritisch überprüfen. Ich habe Zweifel, ob ausreichend Transparenz darüber besteht, wie alle bereitgestellten Mittel verwendet werden. Gleichzeitig stehen wir selbst vor großen Herausforderungen: marode Infrastruktur, überlastete Kommunen, steigende Lebenshaltungskosten und ein angespannter Staatshaushalt.
Ich vergleiche das mit einer Familie: Als Mutter weiß ich, dass ich nur dann dauerhaft anderen helfen kann, wenn ich zuerst dafür sorge, dass meine eigene Familie stabil ist. Für mich gilt dieses Prinzip auch für einen Staat. Deutschland sollte zunächst die eigenen Probleme lösen und die Lebensbedingungen der Menschen im eigenen Land stärken. Erst aus einer Position der Stärke heraus können wir anderen nachhaltig helfen.
Das bedeutet nicht, dass mir das Leid der Menschen in der Ukraine gleichgültig ist – ganz im Gegenteil. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass Diplomatie und Friedensverhandlungen endlich wieder Vorrang vor einer weiteren Eskalation erhalten.
Wie seht ihr das? Sollte Deutschland seine Prioritäten neu ordnen oder den bisherigen Kurs fortsetzen?

Ein Text von Nicole Weide, 08/26
Meinung des Tages: Wenn das Geld für Freibäder fehlt
Unser Freibad steht vor einer ungewissen Zukunft. Trotz des großartigen Engagements vieler Bürgerinnen und Bürger und einer beeindruckenden Spendensumme von fast 100.000 Euro in weniger als 6 Monaten, reicht das Geld nicht aus. Der Gemeinde fehlen derzeit rund 500.000 Euro, um die Sanierung zu ermöglichen.
Das wirft für mich eine grundsätzliche Frage auf: Warum geraten unsere Kommunen immer stärker an ihre finanziellen Grenzen?
Viele Entscheidungen werden auf Bundes- oder Landesebene getroffen. Die Umsetzung erfolgt jedoch häufig durch Städte und Gemeinden. Förderprogramme helfen zwar oft bei Investitionen, die erforderlichen Eigenanteile und die laufenden Kosten bleiben jedoch vielfach bei den Kommunen. Dadurch wird der finanzielle Spielraum immer kleiner.
Hinzu kommt, dass Bau- und Sanierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden sind. Neben gestiegenen Material- und Personalkosten tragen aus meiner Sicht auch umfangreiche Bürokratie-, Genehmigungs- und Dokumentationspflichten dazu bei, dass Projekte immer aufwendiger und kostspieliger werden.
Die Folgen sehen wir direkt vor Ort: Schwimmbäder schließen, Straßen werden später saniert, Schulen warten auf Investitionen und freiwillige Angebote geraten unter Druck.
Doch es geht hier nicht nur um ein Freibad. Es geht um unsere Kinder. Wo sollen sie künftig noch schwimmen lernen? Schon heute verlassen viele Kinder die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Ortsnahe und niedrigschwellig erreichbare Schwimmbäder sind dafür unverzichtbar. Wenn immer mehr dieser Einrichtungen verschwinden, wird sich dieses Problem weiter verschärfen.
Schwimmen ist keine Freizeitbeschäftigung – es ist eine lebenswichtige Fähigkeit. Jedes Kind, das nicht sicher schwimmen lernt, trägt ein höheres Risiko, bei einem Badeunfall zu verunglücken. Deshalb sollten wir alles daransetzen, unsere Schwimmbäder zu erhalten, statt sie aus finanzieller Not aufzugeben.
Ich finde: Wer neue Aufgaben beschließt, sollte auch dafür sorgen, dass ihre Finanzierung dauerhaft gesichert ist. Andernfalls werden die Kommunen immer weiter belastet – und am Ende leiden genau die Einrichtungen, die unser tägliches Leben ausmachen.
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